6. THERAPIEKONTROLLE

Für den behandelnden Arzt ist eine Substitutionsbehandlung mit umfangreichen Dokumentationspflichten verbunden. Diese sind in der Betäubungsmittel-Verschreibungsverordnung (BtMVV) geregelt und beginnen mit der Aufnahme des Patienten und der Meldung an das Substitutionsregister.

Laut BtMVV müssen während der Substitutionstherapie unangemeldete, stichprobenartige Beigebrauchskontrollen durchgeführt werden, um die Einnahme anderer Suchtmittel oder eine mögliche Doppelsubstitution festzustellen. Die mittels Urinkontrollen zu überprüfenden Stoffe sind verbindlich festgelegt (u.a. Kokain, Benzodiazepine, Cannabinoide).

Bei den Urinkontrollen kommt es immer wieder zu Manipulationsversuchen (z.B. Austausch mit Fremdurin), um den Nachweis von Drogen zu erschweren. Diese können zum Beispiel mit zusätzlichen Messungen oder mit Marker-Urinkontrollen vereitelt werden.

Der Therapieverlauf, alle Kontrolluntersuchungen, Befunde und Maßnahmen sind zu dokumentieren und der jeweiligen Ärztekammer sowie der zuständigen Kassenärztlichen Vereinigung anonymisiert zur Verfügung zu stellen. Für die Führung der Patientenakte gibt es softwarebasierte Dokumentationssysteme.

Sollte es zu einem Abbruch der Behandlung oder zu einem Arztwechsel kommen, muss das Substitutionsregister informiert und die Dokumentation an einen eventuell weiter behandelnden Arzt übergeben werden.

Letzte Aktualisierung: 14.09.2020