9. INTERDISZIPLINÄRES VERSORGUNGSSYSTEM

Substitutionspatienten haben einen komplexen Hilfebedarf, weshalb eine erfolgreiche Therapie die Zusammenarbeit zwischen Ärzten verschiedener Fachrichtungen erfordert. So ergeben sich Kooperationen mit Krankenhäusern, mit Entzugs- und Entwöhnungseinrichtungen sowie mit niedergelassenen Fachärzten.

Interdisziplinäres Versorgungssystem

Abb. Mob. nach Mortler M, Drogenbeauftragte der Bundesregierung (2014)

Da viele Opiatabhängige unter psychischen Störungen leiden, ist es für Substitutionsmediziner empfehlenswert, frühzeitig Kontakte zu psychiatrischen Kliniken sowie zu niedergelassenen Psychiatern und Psychotherapeuten aufzubauen und zu pflegen.

Die Abgabe der Substitutionsmittel ist der Apotheke vorbehalten, die Verschreibung und Verabreichung dem  Arzt. Entsprechend wichtig ist eine reibungslose Zusammenarbeit. Zusätzlich gilt, dass Ärzte die Einnahme des Substitutionsmittels im Einzelfall an Apotheken delegieren können – zum Beispiel im ländlichen Bereich, an Wochenenden, im Urlaub oder im Falle einer Take-Home-Regelung.

In der psychosozialen Beratung und Betreuung (PSB) zählen Drogenberatungsstellen zum interdisziplinären Versorgungssystem. Auch kann bei gutem Verlauf im Rahmen der beruflichen Reintegration die Agentur für Arbeit ins Spiel kommen. Und bei straffälligen Patienten muss im Falle einer Inhaftierung mit der Justiz kooperiert werden, um die Substitutionstherapie fortsetzen zu können.

Letzte Aktualisierung: 12.10.2020

REFERENZEN:  

Mortler M, Drogenbeauftragte der Bundesregierung (2014): Sucht- und Drogenpolitik in Deutschland - Opioidgestützte Behandlung. Vortrag Parlamentarischer Abend 8. Oktober 2014, Berlin