7. BEGLEITERKRANKUNGEN

Zu einem umfassenden Therapiekonzept gehört auch die Diagnose  und Behandlung von möglichen Begleiterkrankungen.

Bei den somatischen (körperlichen) Begleiterkrankungen liegt bei intravenös Drogenabhängigen in etwa sechs Prozent der Fälle eine HIV-Infektion vor. Noch häufiger (zwischen 40 und 90 Prozent) ist eine HCV-Infektion, also eine Leberentzündung, die durch den Hepatitis-C-Virus verursacht wird. Auch kommt es oft zu einer Infektion mit dem Hepatitis-B- und dem Hepatitis-A-Virus. Bei Drogenabhängigen zählen u.a. auch die bakterielle Endokarditis (Herzinnenhautentzündung) und Atemdepressionen bis zum Myokardinfarkt zu den typischen Begleiterkrankungen.

Ein hoher Prozentsatz der Opiatabhängigen hat psychische Begleiterkrankungen wie Depressionen, Angststörungen oder drogeninduzierte Psychosen. Die Krankheitsbilder sind außerordentlich differenziert und haben direkten Einfluss auf die Substitutionstherapie.

Abb. Drei formen von Komorbiditätsmodellen bei Doppeldiagnosen (mod. nach Backmund, M. 20081)

Viele Substitutionspatienten leiden unter akuten oder chronischen Schmerzen. Da es hier vielfältige Wechselwirkungen gibt, empfiehlt sich eine Behandlung im Team mit Schmerztherapeuten und Psychiatern bzw. Psychologen, wie es für den substituierenden Arzt überhaupt empfehlenswert ist, sich ein Netzwerk von fachärztlichen Kooperationspartnern aufzubauen (z.B. für die Behandlung multimorbider Patienten).

Letzte Aktualisierung: 14.09.2020

REFERENZEN:  

1) Backmund M. (2008): Heroinabhängigkeit, Hepatitis C, HIV. In: ecomed MEDIZIN, Verlagsgruppe Hüthig Jehle Rehm GmbH, S. 36